Tonfolgen: Taugt Musik als Medizin?

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Zweifellos ist die Durchführung des Weltkongresses in Krems eine großartige Leistung. Doch verwundert den Kenner die Behauptung, „wir“ wüssten nicht, wie Musik wirkt.  Dieser Artikel zeigt allerdings ein auf elementarste Grundbedingungen reduziertes Verständnis von Musik als Medizin für hauptsächlich nicht ansprechbare Patienten, das nichts zu tun hat mit Musiktherapie als Psychotherapie. Künstlerische Musiktherapie, die den professionellen Musiker voraussetzt und sich in den Patienten einfühlt, belässt es nicht bei der pulsregulierenden Beschallung (Schalltherapie), sondern versteht Musik als geistfähiges Material. Damit eröffnet sie den mündigen Patienten die Überwindung psychischer Störungen und das Erreichen von Sicherheit durch selbstätige kognitiv-erlebnisphilosophische Strukturierung der betreffenden Selbst- und Objektdimensionen. Für das sich als Musik repräsentierende Selbst ist Bachs Orchestersuite Nr. 3 keineswegs austauchbar mit Heavy Metal. Medizinisch macht es keinen Unterschied, womit etwa die Ernährung erreicht wird, für jemanden mit Kultur dagegen sehr wohl. Für ihn gilt: „Der Ton macht die Musik“ – gemäß Gustav Mahler: „Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.“ (siehe dazu den gleichnamigen Vortrag zur „Ton-Psychologie“ auf dem Weltkongress für Musiktherapie in Krems 7.-12.7.2014).

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