Klavierimprovisation

Auch Musiktherapeuten, die noch wenig Erfahrung mit Klavierspiel haben, können sich  ohne großen Aufwand Grundlagen zur Improvisation und Liedbegleitung am Klavier aneignen. Das Internet bietet zahlreiche, auch kostenlose Apps, z. B. die iPad-Apps „Simply Piano“, „Yousician“, „Tin Pan Rhythm“ und „Tonic“ (mit Griffen für Akkorde).

Bewährt haben sich aus der Vielzahl von Improvisationsarten diese:

  • freie Improvisation mit irgendwelchen Tönen und Clustern.
  • pentatonische Improvisation auf den schwarzen Tasten,
    • z. B.  „Nova N0va  – Tones (Café del Mar)“ im 4/4-Takt mit der auch rhythmisch immergleichen 2-taktigen Grundstruktur dis – cis bzw. es – des.
  • modale und Dur-/Moll-tonale Improvisation.
  • Liedbegleitung ohne Melodiestimme.

Die letzten beiden benötigen die Schulung des Unterscheidens von Akkorden. Dazu gibt es zahlreiche Apps für Gitarre. Zahlreiche Beispiele aus der gängigen Popmusik beschränken sich auf zwei Akkorde, z. B. sleepwalking.

Allen gemeinsam ist die Beachtung von „Zeit + Raum“, d.h., von

  • Tempo, Metrum, Rhythmus, Agogik, rit. usw. einerseits und
  • Architektur, Struktur, Form, Takt und Taktfolgen usw.

Anbei der auf dem Symposion am 14. September 2019 in Münster ausgeteilte Handzettel 14.9.19. und die ausgeteilten Übungen zum Kadenzschema – Nun will der Lenz. Der Vortrag dazu ist nachlesbar in der MTK 2, 2019, S. 225-253.

Wie Musikstücke auf ihre Stimmung und ihre Gefühlsspuren zu analysieren sind und unter Beachtung des zeittypischen und biographischen Stils interpretiert werden müssen, damit die Substanzen des Wirkungspotentials einer Musik zur Geltung kommen, lässt sich kaum anhand von Vorgaben im Internet erlernen. Dazu bedarf es einer musikpsychologisch fundierten Anleitung eines darin erfahrenen Lehrers.

Besonders in der Musiktherapie gilt es oftmals, Musik von Komponisten nicht werkgetreu darzubieten, sondern sie so zu modifizieren und zu funktionalisieren, dass die musikimmanenten Wirkungseigenschaften den patientenbezogenen Effekt erzeugen und ihm jene Befindlichkeit ermöglichen, auf der das weitere Vorgehen in der auf ihn ausgerichteten Musiktherapie verfolgt werden kann.

  • Hörmann, K. (2009). Musik in der Heilkunde. Lengerich: Pabst Science Publ.

Näheres unter Klavierimprovisation in der Musiktherapie.

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